Trends 2022: Agilität entlang der Lieferkette im Fokus

Das Jahr 2022 wird für Unternehmen nicht weniger turbulent und hält neue Herausforderungen bereit. Ohne die richtige Vorbereitung wird es Herstellern schwerfallen, mit der Geschwindigkeit und der anhaltenden Fluktuation des Marktes Schritt zu halten. Das Stichwort für das kommende Jahr lautet also: Agilität. Agilität in der Produktion, in der physischen Anlage und der digitalen Software, um auch unter schwankenden Marktbedingungen handlungsfähig zu bleiben. 

Produktionsplanung auf Nummer sicher statt auf gut Glück 

Durch die anhaltenden Lieferkettenprobleme entfernen sich Unternehmen immer weiter von der Produktion auf Nachfrage (Just-in-time) hin zur Produktion auf Vorrat (Just-in-case). 

Die Just-in-Time-Fertigung (JIT) sparte Unternehmen einst Zeit und Geld. Anstatt eine große Menge an Artikeln für die spätere Verwendung zu lagern, haben die Unternehmen mit JIT Lieferungen erst dann erhalten, wenn sie benötigt wurden. Infolge der jüngsten unvorhergesehenen Ereignisse gehen die Unternehmen nun zur Just-in-Case-Fertigung (JIC) über, die sich wahrscheinlich auch im Jahr 2022 weiter durchsetzen wird. JIC ist eine Strategie, bei der Vorräte für den Fall gelagert werden, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt benötigt werden könnten. Diese Methode ist zwar kostspieliger und erfordert größere Lagerflächen, bietet aber ein dringend benötigtes Polster an Vorräten, wenn es zu Lieferverzögerungen oder anderen Problemen kommt. Auf diese Weise können Unternehmen ihren Betrieb normal weiterführen, ohne dass Probleme in der Lieferkette sie zum Stillstand bringen könnten. 

Anlagen und Lieferketten optimieren 

Produzenten werden in 2022 auch in anderen Bereichen mit den Auswirkungen von Lieferkettenproblemen und steigenden Energiekosten zu kämpfen haben. Vor allem letztere werden die Produktionskosten für Artikel in die Höhe treiben, die gekühlt oder erhitzt werden müssen. Daher werden sich viele Unternehmen darauf konzentrieren, ihre Lieferketten zu sichern und ihre Produktion effizienter zu gestalten, um die Kosten an anderer Stelle zu senken. Ein starkes Enterprise Resource Planning(ERP)-System wird dabei eine zentrale Rolle spielen, da es die notwendigen Erkenntnisse liefert, um Verbesserungsmaßnahmen umzusetzen oder Prozessschritte zu automatisieren und zu rationalisieren.  

Als Reaktion auf längerfristige Marktschwankungen müssen Hersteller ebenfalls in der Lage sein, ihre Produktion in kürzester Zeit umzustellen. Ihre Produktionsstätten müssen hierauf jederzeit vorbereitet sein. Diese Flexibilität ist kein „Nice-to-have“ mehr, sondern in der heutigen, sehr anspruchsvollen Situation unerlässlich. Dies gilt nicht nur für die Produktion, sondern alle Geschäftsbereiche. 

Wenn ein Unternehmen beispielsweise Direktvertrieb an Verbraucher (D2C) anbietet, braucht es genügend Paketdienstleister, falls ein Transportdienstleister ausfällt oder zu kostspielig wird. Diese potenziellen Herausforderungen sollten von den geschäftskritischen Teams bereits im Vorfeld durchgespielt werden, um auf das Schlimmste vorbereitet zu sein. 

Cloudsoftware für ortsunabhängige Kontrolle 

Aktuelle Entwicklungen im ERP-Bereich wie Cloud-Computing, der Einsatz von KI-Anwendungen und die Möglichkeit, aus der Ferne zu arbeiten, werden das Jahr 2022 weiter bestimmen. Gerade COVID-19 hat diese Themen noch einmal in den Fokus gerückt und diese Entwicklungen vorangetrieben. Die relevanten Teams und Mitarbeiter:innen behalten so die volle Kontrolle über geschäftskritische Prozesse, auch falls sie sich nicht vor Ort befinden sollten. Durch eine Software- und Datenarchitektur in der Cloud können Unternehmen außerdem gewährleisten, dass jeder Mitarbeitende immer Zugriff auf die gleichen, aktuellen Daten hat.